Aktionsbündnis für eine MKS-Schutzimpfung
hier der Link dazu: www.mks-schutzimpfung.de

+++ zum Thema Maul- und Klauenseuche +++ . . . . . zurück

 

Transportbestimmung (aus Bad Brückenauer Anzeiger vom 22.03.2001)


Strenge Transportbestimmungen für Klauentiere gelten seit dem 8. März. 2001

Rinder, Schafe, Ziegen dürfen nach Angaben des Veterinärdirektors

Dr. Hubert Weiß nur noch auf dem direkten Weg, das heißt vom abgebenden Betrieb

zum in Empfang nehmenden Betrieb, verfrachtet werden.

Die Transporttiere dürfen außerdem keinen Kontakt zu Klauentieren aus anderen

Beständen haben. Die Fahrzeuge müssen desinfiziert werden, bevor sie

beispielsweise die Rückfahrt antreten. Tierschutzmaßnahmen sind einzuhalten.

Seit Dr. H. Weiß im Amt ist, sei keine Maul- und Klauenseuche (MKS) im

Landkreis Bad Kissingen (Bayern / Rhön) aufgetreten. Er leitet das Veterinärsamt

seit 1980. „Starke Seuchenzüge wüteten 1968 in Deutschland.“ Der Landkreis

sei davon aber nicht betroffen gewesen, ergänzt sein Vorgänger Dr. Schmidt.


Bisher blieb Deutschland von der MKS verschont. Greift die Seuche allerdings über,

müssen die betroffenen Klauentierbestände gekeult werden – das verlangt

die Europäische Union. So lange die Seuche im Land ist, herrsche striktes

Ausfuhrverbot, erläutert Veterinär Dr. Weiß. Ausfuhrverbot gelte auch für Tiere

die geimpft sein. Antikörper dürften im Blut des Tiers nicht vorkommen. Das

sei der Grund, weshalb 1990 vorbeugende Impfungen eingestellt wurden.

Hierzu sei angemerkt: das Fleisch von geimpften Tieren stellt keine Beeinträchtigung

für Menschen und Tiere dar, der Grund für die Bestimmung steckt im Export

nach (außerhalb Europas) vor allem Kanada und USA – es dreht sich wieder

einmal nur um`s Geld.


Um MKS-frei zu werden, werde der Seuchenbestand getötet. Rein wirtschaftliche Gründe

stecken dahinter. Aus tierethischen Gründen sei die Vorgehnsweise nicht nachvollziehbar,

denn das Fleisch von Tieren, die die Seuche überstanden haben, sei unbedenklich.

„Als Beamte müssen wir allerdings das ausführen, was vom Ministerium angeordnet

wird“, betont Dr. Weiß. Für jedes Tier, das auf Anordnung des Staates getötet wird,

erhält der betroffene Landwirt eine Entschädigung.


Der Virus ist säureempfindlich. Mit dreiprozentiger Zitronensäure könne man Schuhe

und Kleidung „desinfizieren“.

Hac


sei noch zu fragen: was kommt billiger oder teurer ?

Hunderttausende unschuldiger Tiere zu töten und vernichten...

oder

zu impfen und einige Zeit kein Fleisch in Drittländer zu verkaufen ?

 

Jürgen Hurrlein

noch zum Thema:

Trotz der immer näher rückenden Maul- und Klauenseuche wird es in Deutschland
vorerst keine flächendeckenden Vorbeuge-Impfungen geben. Die Agrarminister von
Bund und Ländern einigten sich am Freitag bei einer Konferenz in Cottbus auf einen
gemeinsamen Aktionsplan, der allerdings im akuten Seuchenfall die Notimpfung
von Kühen, Schafen, Schweinen und Ziegen vorsieht.

Auch der ständige Veterinärausschuss der EU in Brüssel schloss weiterhin
flächendeckende Massenimpfungen zur MKS-Eindämmung aus. In den Niederlanden
sind jedoch erstmals örtlich begrenzte Not-Impfungen erlaubt. Tiere, die geschlachtet
und vernichtet werden sollten, könnten geimpft werden, um einer Verbreitung des Virus vorzubeugen, sagte die Sprecherin von EU-Verbraucherkommissar David Byrne.

In den Niederlanden sind bisher drei Bestände verseucht. Verdacht in Deutschland
nicht bestätigt In Deutschland gibt es weiterhin keinen bestätigten Fall der hoch
ansteckenden Seuche. Der Verdacht auf Maul- und Klauenseuche (MKS) in
Niedersachsen bestätigte sich nicht. Bei dem Ministertreffen in Cottbus setzte sich Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) mit der Einigung, die sich an
den Vorgaben des nationalen Krisenstabes und der EU orientiert, gegen ihre
Länderkollegen durch. Diese hatten eine vorbeugende Schutzimpfung aller Klauentiere in Deutschland befürwortet. Laut EU-Recht sind vorbeugende Impfungen unzulässig.
Möglich seien nur Notimpfungen in Sicherheitszonen um Krankheitsherde, aber mit
anschließender Schlachtung des Viehs, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.

Wenn geimpft wird, muss die deutsche Landwirtschaft außerdem Handelsbeschränkungen hinnehmen. Künast sagte ihren Amtskollegen zu, auf europäischer Ebene für eine
Aufhebung der drohenden Handelsrestriktionen im Fall von Impfungen zu werben.
(ssp/dpa)


zurück

9. April 2001

Impfstreit


Während Bärbel Höhn (Umweltministerin NRW) und Renate Künast (Bundesministerin für Verbraucherschutz) ihren Streit um vorbeugende Impfungen beigelegt haben, bangen viele Viehzüchter um den Bestand ihrer Herden. Denn der Kompromiss der streitbaren Damen lautet: keine vorbeugenden Schutzimpfungen für Nutztiere.

Seit 1991 wird in der Europäischen Union nicht mehr gegen MKS geimpft, die Seuche galt damals weitgehend als überwunden. In der aktuellen Krise hat die EU-Kommission den am meisten betroffenen Staaten Großbritannien und den Niederlanden allerdings erlaubt, sogenannte Not- und Ringimpfungen anzuwenden, für Deutschland gilt diese Regelung noch nicht, da noch kein MKS-Fall aufgetreten ist.

Bislang sind flächendeckende Impfungen gegen die Tierseuche in der EU verboten. Hintergrund sind vor allem wirtschaftliche Bedenken. Denn bei Impfungen verlöre die EU ihren bisherigen Status als Maul-und Klauenseuchen-frei, was weitere Exportverluste nach sich zöge.

Ökohöfe sind in der Regel Direkt- und Regionalvermarkter ihrer Produkte, das Fleisch geht nicht ins Ausland. Viele Ökofleischanbieter wollen ihre Tiere impfen, denn im Falle eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche bedeutet das vor allem für Herden in der Freilandhaltung den sicheren Tod, denn sie können die Seuchenschutzmaßnahmen (Schutzmatten vor der Stalltür etc., Absperrung des Hofes) aus Gründen der artgerechten Tierhaltung nicht einhalten.

Betroffene Landwirte, die zum Schutz ihrer Tiere gegen die Maul- und Klauenseuche impfen wollen, aber auch Wissenschaftler und Bürger, die sich gegen die Massentötungen der Tiere wenden, haben sich zum Aktionsbündnis für eine MKS-Schutzimpfung zusammengeschlossen.

Kontakt:
Internet: http://www.mks-schutzimpfung.de
Aktionsbündnis für eine MKS-Schutzimpfung:
Mechthild Oertel
Am See 49
23816 Bebensee
Telefon/Fax: 04552-9533


Dieser Text gibt die Inhalte der Beiträge der Sendung "Markt im Dritten" vom 9. April 2001 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen der Sachverhalte sind nicht berücksichtigt. Der NDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die Sie über einen Link erreichen.

zurück